Ehrendoktor in Deutschland – so wird man es

Der Titel eines Ehrendoktors wird in Deutschland von Universitäten oder Hochschulfakultäten als Fachabteilungen einer Universität verliehen. Für den Erwerb eines solchen Titels kann man sich nicht selbst bewerben. Es wird keine Prüfung abgelegt. Der Titel eines Ehrendoktors kann auch an Personen verliehen werden, die selbst niemals eine Universität besucht haben.

Nur zugelassene Einrichtungen verleihen Ehrendoktor-Titel

Neben dem Doktortitel, der nach Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit verliehen wird, gibt es einen weiteren Doktortitel, der einer Person, die durch besondere Verdienste hervorgetreten ist, „ehrenhalber“ verliehen werden kann. Der Ehrendoktortitel ist am Zusatz „h.c.“ zu erkennen.
Bekannte Persönlichkeiten aus der Politik, der Wirtschaft, wie etwa Carsten Maschmeyer, und der Wissenschaft tragen häufig einen oder sogar mehrere dieser Ehrendoktortitel. Zur Verleihung des Titels ist jede Universität berechtigt, die denselben Titel auch als herkömmlichen Doktortitel nach Abgabe einer Doktorarbeit verleihen kann. Wer in Deutschland einen Ehrendoktortitel einer nicht zugelassenen Einrichtung führt, der macht sich strafbar. Die von ausländischen Universitäten verliehenen Ehrendoktortitel dürfen dem Namen beigefügt werden, wenn die verleihende Universität die notwendigen Voraussetzungen erfüllt

Ehrendoktor muss nicht studiert haben

Um einen Ehrendoktortitel tragen zu dürfen, sind die Verdienste einer Person wichtig. Die Ausbildung oder Schulbildung der durch die Titelverleihung geehrten Menschen gehört nicht zu den Voraussetzungen, die geprüft werden müssen. Die Verdienste, durch die die zur Titelverleihung vorgeschlagene Persönlichkeit aufgefallen ist, müssen einen wissenschaftlichen Bezug haben. Sie müssen aber nicht im Rahmen einer wissenschaftlichen Tätigkeit erworben worden sein. Ein Politiker mit Realschulabschluss und praktischer Berufsausbildung kann einen Ehrendoktortitel erhalten, wenn er nach reichhaltiger Erfahrung zum Amtsträger aufsteigt und über seine Erfahrungen ein Buch verfasst, das auch in wissenschaftlichen Kreisen Beachtung findet. Ein einflussreicher Manager aus der Wirtschaft kann durch den Doktortitel geehrt werden, wenn er einen erheblichen Beitrag zur Förderung der Wissenschaften geleistet hat. Eine Annäherung wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Interessen ist dabei nicht auszuschließen.

Verdienste für die Wissenschaft sind entscheidend

Die Professoren einer Universität oder einer Fakultät schlagen verdiente Persönlichkeiten des öffentlichen oder des wissenschaftlichen Lebens für die Verleihung der Ehrendoktorwürde vor. Nach intensiver gutachterlicher Prüfung der zugrundeliegenden Verdienste entscheidet das Professorenkollegium über die Verleihung des Ehrendoktortitels, der von der Bezeichnung eines akademischen Grades zu unterscheiden ist.

Bild: Gina Sanders – Fotolia.comSimilar Posts:

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